Diamantschleifen und Polieren

Das wahre Potenzial eines Diamanten​

Diamantschleifen ist nicht nur eine Kunst, sondern auch eine sehr präzise Wissenschaft. Die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um ein erfahrener Diamantschleifer und Polierer zu werden, erfordern jahrelange Ausbildung und Erfahrung.

diamond marking by computer analysis | Cape Town Diamond Museum

Diamantmarkierung

Der erste Architekt

Die Markierung ist die erste Planungsphase im Diamantschleif- und Polierprozess.

Dabei wird ein Rohdiamant sorgfältig untersucht und vermessen. Einschlüsse werden erfasst, und die mögliche Ausbeute des Rohdiamanten wird bestimmt. Ein Diamantmarkierer kann entscheiden, aus einem Rohdiamanten zwei oder drei Diamanten zu markieren, abhängig von den Eigenschaften und Einschlüssen des Steins.

Manchmal ist es sinnvoller, zwei kleinere Diamanten um einen Einschluss herum aus einem grossen Rohdiamanten zu schleifen, um zwei Steine mit höherer Reinheit zu erhalten, statt einen grösseren Stein mit niedrigerem Reinheitsgrad.

Mithilfe modernster 3D-Laserscanning-Technologie wird der Rohdiamant markiert, um den Diamantschleifer zu führen.

diamond sawing by copper blade | Cape Town Diamond Museum

Sägen

Der markierte Rohdiamant wird anschliessend auf eine Juweliersäge-Spindel gesetzt. Die Klinge besteht aus Kupfer und ist mit einer Mischung aus Öl und Diamantpulver beschichtet. Der Rohdiamant wird dann zur Klinge abgesenkt und dort geschnitten, wo der Markierer den Stein markiert hat.

Interessanter Hinweis: Es ist das Diamantpulver, das den Diamanten physisch schneidet – nicht die Kupferklinge. Der Grund dafür ist, dass Diamanten das härteste bekannte Mineral sind und nur ein Diamant einen anderen Diamanten schneiden kann.

bruting and girdling stage of diamond cutting | Cape Town Diamond Museum

Reiben und Rundieren

Die erste Stufe

Hier wird der Rohdiamant mithilfe einer speziellen Zementart auf einem sogenannten „Dopstick“ befestigt. In dieser Phase werden zwei Rohdiamanten aneinander gerieben, und durch die Reibung werden die Ecken des Diamanten abgetragen, bis der Stein eine runde Form erhält.

blocking stage of diamond cutting | Cape Town Diamond Museum

Blockieren

Der zweite Architekt

Der Diamant wird in die sogenannte „Tang“ eingesetzt und auf die „Scaife“ abgesenkt. Die Scaife besteht aus einer Scheibe, die mit Öl und Diamantpulver imprägniert ist und sich mit beeindruckenden 3.000 Umdrehungen pro Minute dreht.

Hier poliert der Diamantschleifer die vier Hauptfacetten der Krone und die vier Hauptfacetten des Pavillons.

Diese Facetten werden anschliessend oben und unten in jeweils vier weitere Facetten unterteilt und poliert, um eine achteckige Grundstruktur zu erreichen.

second round of bruting in diamond cutting | Cape Town Diamond Museum

Reiben und Rundieren

Die zweite Stufe

Der Diamant wird ein zweites Mal rundiert, um sicherzustellen, dass der Stein vollkommen rund ist.

polishing diamonds | Cape Town Diamond Museum

Brillianteering

Die Endphase

In dieser Phase werden die verbleibenden Facetten poliert und geformt, damit der Diamant die optimale Menge an weissem Licht brechen und reflektieren kann.

Diese Phase bestimmt, wie viel Feuer, Brillanz und Funkeln der Diamant besitzt. Daher erfordert sie aussergewöhnliches Können und viel Erfahrung. Das Ziel ist es, ideale Proportionen und perfekte Symmetrie zu erreichen.